Gut versichert in die erste eigene Wohnung

Der Ernst des Lebens beginnt meist, wenn der Auszug aus dem Hotel Mama ansteht. Beim ersten großen Schritt in die Selbstständigkeit wird das Thema Versicherungen wichtiger denn je.

Versicherungen bieten für fast jeden Lebensabschnitt die passenden Leistungen an. Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Absicherung ist eine sehr persönliche Angelegenheit. Ein paar Versicherungen sollte jeder abschließen, der in die erste eigene Wohnung zieht.

Die Hausratversicherung

Hausratsversicherung, Wasserschaden, Versicherung, Foto: bht2000/fotolia.com
Die Hausratversicherung ersetzt elektrische Geräte, Inventar und Kleidung in der eigenen Wohnung. Foto: bht2000/fotolia.com

Eine der wichtigsten Versicherungen für die eigene Wohnung ist die Hausratversicherung. Sie sichert alle beweglichen Gegenstände, die zum Haushalt gehören, gegen Sachschäden und dadurch entstehende Folgekosten ab. Die Hausratversicherung ist eine der wichtigsten Absicherungen gegen Schäden an elektrischen Geräten, Inventar und Kleidung. Ebenso reguliert sie Feuer-, Hagel- und Sturmschäden sowie Schäden durch Einbruch, Diebstahl oder Vandalismus am Hausrat.

Solange junge Menschen im Elternhaus wohnen, ist ihr Hausrat über die Versicherung der Eltern mitversichert. Sie müssen erst eine Hausratversicherung abschließen, wenn sie einen eigenen Hausstand gründen. Das gilt aber nicht, wenn sie beispielsweise während des Studiums oder für die Dauer der Ausbildung vorrübergehend in ein WG-Zimmer ziehen: In diesem Fall sind sie meist dennoch über die sogenannte Außenversicherung weiter bei der Hausratversicherung ihrer Eltern mitversichert. Voraussetzung ist jedoch, dass sie den Auszug zu Ausbildungszwecken der Versicherung melden. Ein kurzer Blick in die Versicherungsunterlagen verrät außerdem, ob das Fahrrad mitversichert ist und Schäden durch einen Blitzeinschlag, sogenannte Überspannungsschäden, abgesichert sind.

Besonders wichtig ist die Höhe der Absicherung. Eine Unterversicherung kann im Schadensfall zu großen Problemen führen. Beträgt die Versicherungssumme beispielsweise 30.000 Euro und der Hausrat hat einen tatsächlichen Wert von 60.000 Euro, wird auch im Schadensfall nur 30.000 Euro beglichen. Grundsätzlich ist der Neuwert der Gegenstände versichert.

Private Haftpflichtversicherung

Auch die Haftpflichtversicherung zählt zu den bedeutendsten Policen. Unverheiratete Erwachsene sind bis zur Vollendung ihres 25. Lebensjahrs bei ihren Eltern mitversichert. Das gilt aber nur, solange sie sich in Ausbildung befinden beziehungsweise studieren und über kein festes, regelmäßiges Einkommen verfügen. Die Haftpflichtversicherung ist sehr wichtig, denn sie deckt Sach-, Personen- und Vermögensschäden ab, die der Versicherungsnehmer versehentlich anderen zufügt. Dies passiert schneller als man denkt und die Schäden können zu hohen Schulden führen. Gefälligkeitsschäden, also Schäden, die der Versicherungsnehmer verursacht, wenn er beispielsweise beim Umzug eines Freundes hilft, sind oftmals mit abgesichert.

Gesund & fit – die Krankenversicherung

Grundsätzlich sind Kinder und junge Erwachsene bis zum Ende ihres 25. Lebensjahrs über ihre Eltern in der Familienversicherung krankenversichert. Verfügen die jungen Erwachsenen über ein eigenes, regelmäßiges Einkommen, ändert sich die Situation. Befinden sich Studenten in der Familienversicherung, dürfen sie im Rahmen eines Studentenjobs nicht mehr als 425 Euro pro Monat verdienen – die Verdienstgrenze bei einem Minijob liegt bei 450 Euro. Studenten, die regelmäßig über diese Verdienstgrenze kommen, fallen in die studentische Krankenversicherung. Hier fällt ein monatlicher Betrag von rund 80 Euro an.  Eine befristete Arbeit während der Semesterferien wird nicht als regelmäßiges Einkommen gezählt, sollte aber an die Versicherung gemeldet werden.

Überschreiten Studenten das 14. Fachsemester oder das 30. Lebensjahr, müssen sie sich freiwillig versichern. Der Betrag beläuft sich auf rund 100 Euro im Monat. Dieser Übergangstarif erhöht sich nach dem Studium auf 140 Euro pro Monat. Auch bei diesem Tarif gelten feste Einkommensgrenzen, die nicht überschritten werden dürfen.

Eine andere Möglichkeit ist der Wechsel von der gesetzlichen Versicherung zur privaten Krankenversicherung. Hier müssen Studenten die Vor- und Nachteile der privaten Versicherung genau abwägen. Viele private Krankenversicherungen bieten beispielsweise einen Studententarif bis zu einem Alter von 34 Jahren und unabhängig von der Semesterzahl an. Teilweise bietet der Versicherer auch bessere Leistungen als die gesetzliche Krankenversicherung. Allerdings ist es nur in Ausnahmefällen möglich, von der privaten Krankenversicherung wieder zurück in die gesetzliche zu wechseln. Zu diesen Ausnahmen zählt beispielsweise, wenn das Bruttogehalt des Versicherungsnehmers unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.

Start ins Berufsleben – die Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer im Berufsleben angekommen ist und sich finanziell gegen die Gefahren der Berufsunfähigkeit absichern möchte, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Ähnlich wie bei der Unfallversicherung zahlt diese Versicherung einen finanziellen Ausgleich, wenn der Versicherungsnehmer aufgrund eines Unfalls, einer schweren Erkrankung oder aus psychischen Gründen seinem Beruf nicht mehr nachgehen kann. Besonders für junge Familien ist diese Absicherung wichtig.

Versicherungsunternehmen bieten unterschiedliche Modelle der Berufsunfähigkeitsversicherung an – eine ausführliche Beratung schafft Klarheit.

Mit den richtigen Versicherungen gelingt der Start in ein eigenständiges Leben problemlos. Vor jedem Abschluss einer Versicherung sollten junge Erwachsene klein gedruckte Paragrafen genau überprüfen und mit anderen Angeboten vergleichen.

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